Theoretisch kannst du deine Berufsausbildung auf der ganzen Welt machen. Wenn du deine komplette Ausbildung im Ausland absolvieren möchtest, gibt es allerdings nur wenige Angebote, die dir das im Rahmen von organisierten Programmen ermöglichen, meistens musst du alles selbst organisieren. 

Das musst du bei einer kompletten Berufsausbildung im Ausland beachten:

  • In der Regel musst du dich um deinen Ausbildungsplatz, deine Wohnung und Dinge wie Einreise- und Arbeitserlaubnis, Versicherungen und ähnliches selbst kümmern.
  • In vielen Ländern finden Berufsausbildungen hauptsächlich an Vollzeitschulen statt, die Schulgeld verlangen.
  • Fördermittel bekommst du meistens nur, wenn dein Auslandsaufenthalt Teil einer Ausbildung in Deutschland oder einer binationalen Ausbildung ist.
  • Die Ausbildungssysteme anderer Länder sind oft ganz anders als in Deutschland. Deshalb musst du prüfen, ob dein im Ausland erworbener Ausbildungsabschluss in Deutschland anerkannt wird. Typisch für Deutschland ist das sogenannte duale System: Die Ausbildung erfolgt gleichzeitig in einem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.  

Einfacher ist es, wenn du deine Berufsausbildung in Deutschland machst und nur einen Teil der Ausbildung als Praktikum im Ausland absolvierst.

 

Das musst du bei einem Praktikum im Ausland beachten:

  • Du darfst bis zu einem Viertel deiner (Regel-)Ausbildungszeit im Ausland verbringen.
  • Während du im Ausland bist, bleibt dein Ausbildungsverhältnis in Deutschland bestehen und deine Ausbildungsvergütung wird weiter gezahlt.
  • Einen rechtlichen Anspruch auf ein Auslandspraktikum hast du nicht. Dein Ausbildungsbetrieb muss einverstanden sein und ihr müsst darüber eine Vereinbarung im Ausbildungsvertrag oder als Zusatzvereinbarung treffen.
  • Wenn dein Auslandspraktikum länger als 4 Wochen dauert, muss dein Ausbildungsplan mit der zuständigen Kammer (IHK, Handwerkskammer) darauf abgestimmt werden.
  • Von deiner Berufsschule musst du dich freistellen lassen und versäumten Stoff musst du nacharbeiten. Eine vergleichbare Berufsschule musst du im Ausland nicht besuchen.
  • Dein Berichtsheft musst du auch im Ausland führen.
  • Gute Chancen auf ein Auslandspraktikum hast du, wenn du deine Ausbildung bei einer deutschen Firma machst, die Niederlassungen im Ausland hat. Sie ermöglichen ihren Auszubildenden oft dort ein Praktikum.

 

Was kostet ein Auslandspraktikum?

Wenn du während deiner Berufsausbildung ein Auslandspraktikum machst, bekommst du zwar von deinem Arbeitgeber weiter deine Ausbildungsvergütung, deine Reisekosten und deinen Aufenthalt im Gastland musst du aber meistens selbst bezahlen. Dein Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule können dir helfen ein Förderprogramm zu finden, das deinen Auslandsaufenthalt finanziell unterstützt. Fast alle Auslandsaufenthalte während der Ausbildung und im beruflichen Bereich, die innerhalb der EU und in einigen anderen teilnehmenden Ländern stattfinden, werden über das EU-Programm Erasmus+ gefördert. Im Menüpunkt Programme und Beratung findest du mehr Infos über Erasmus+ und über Beratungsstellen, die dich bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützen.  

Wenn dir ein Praktikum im Ausland nicht ausreicht und du einen Berufsabschluss in Deutschland und in deinem Gastland machen möchtest, solltest du dir den Menüpunkt Binationale Ausbildung ansehen.